Kreistagsrede von Peter Rauscher

 

Sehr geehrter Herr Landrat,

liebe Kolleginnen und Kollegen,

meine Damen und Herren,

auf der Grundlage der Beschlüsse im Jugendhilfeausschuss und im Verwaltungs- und Finanzausschuss werden wir heute Beschlüsse fassen, die zur organisatorischen Weiterentwicklung des Kreisjugendrings und zur Verbesserung seiner wirtschaftlichen Situation beitragen. Damit verbinden wir die Hoffnung, dass sich der Kreisjugendring konsolidiert, dass wir gemeinsam eine tragfähige Lösung gefunden haben. Die finanzielle Unterstützungsleistung des Landkreises beläuft sich auf ca. 2,3 Millionen Euro. Auch den Kommunen, den kommunalen Partnern sei hier für ihre Unterstützung gedankt. Sie werden über einen Beirat organisatorisch eingebunden. Der KJR hatte ja bereits der neuen Satzung einstimmig zugestimmt.

Das jetzt gewählte sogenannte Vereinsmodell halten wir für die Bewältigung der Aufgaben des Kreisjugendrings für geeigneter als das Modell einer gGmbH. Denn durch das Vereinsmodell ist gewährleistet, dass unter einem Dach die Verbandsarbeit und die Arbeit des Sozialunternehmen Kreisjugendring sich gut entwickeln kann. Durch die Sozialdezernentin, die gleichzeitig im Vorstand, der Plattform der Verbände und zusammen mit der Finanzdezernentinim Verwaltungsrat, der Plattform der kommunale Partnern, dann sitzen werden, kann gewährleistet werden, dass wirtschaftliche Fragen mit pädagogischen Fragestellungen gut und produktiv verknüpft werden können. Dies gewährleistet, dass die pädagogische Arbeit nicht kontrolliert wird, jedoch die Finanzen der Kontrolle unterliegen. So kann eine ausgewogene Arbeit des KJR funktionieren.

Nun muss der Kreisjugendring mit der neuen organisatorischen Struktur sich bewähren und zeigen, dass die so gut und sprunghaft begonnene Schulsozialarbeit auf soliden Füßen weitergeführt werden kann.

Weshalb ist dies so wichtig? Dies hat Dr. Bürger in seinem Referat in der gemeinsamen Sitzung des Sozialausschusses und des Jugendhilfeausschusses dargelegt. Im Arbeitsfeld Jugendsozialarbeit habe sich der „sprunghafte Ausbau“ der Schulsozialarbeit seit 2012 bewährt und „zu einer außerordentlich konstruktiven Bereicherung des Lebens- und Lernorts Schule“ entwickelt (18). Allerdings – so schränkt er ein – lasse die personelle Ausstattung der Mobilen Jugendarbeit sehr zu wünschen übrig. Und daher sind gute und starke Partner wie der KJR notwendig. Die Wichtigkeit der außerschulischen Bildungsarbeit ergibt sich aus der Erkenntnis, dass „der überwiegende Teil der Bildungsprozesse junger Menschen … sich nicht in, sondern außerhalb der Schule (vollzieht)… Angesichts der Herausforderungen im demografischen Wandel müssen dabei mehr als bisher insbesondere junge Menschen Unterstützung erfahren, die in sozial benachteiligten Lehensverhältnissen aufwachsen. In diesem Zusammenhang gehört die nüchterne Feststellung, dass es kaum ein anderes Land in Europa gibt, das es sich bisher leistet wie Deutschland, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen an ihre soziale Herkunft zu koppeln.“ (9)
Insbesondere bei uns in Baden-Württemberg und im Kreis Esslingen gelten die programmatische Aussage und die Zielsetzung: „Keiner darf verloren gehen“ (PPP Dr. Bürger S.15).

Dies alles sind gute und wichtige Gründe den Kreisjugendring in seiner finanziellen Situation zu unterstützen und ihn zu stärken für die wichtigen Aufgaben der Zukunft.

Peter Rauscher